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Archäologischer Fund


Nach 125 Jahren wiederentdeckt

Archäologischer Fund kehrt nach Kahl zurück


Findlinge

Die Sammlung archäologischer Funde im Foyer des Rathauses wurde um zwei
neue Stücke erweitert. Hierbei handelt es sich um ein Trankgefäß und Knochen aus der
Hallstattzeit (800 - 450 vor Christus) und einen römischen Topf.

Das 28 cm hohe Trankgefäß aus der Hallstattzeit ist besonders kostbar, da es noch
unzerbrochen erhalten ist. Dieses deutet daraufhin, dass es sich in einem Hohlraum
befunden haben muss . Die Urne stammt folglich aus einer Grabkammer eines
Hügelgrabs.

Sie ist aus grauem Ton gefertigt und mit schwachen Zickzacklinien versehen, bei
genauem Betrachten kann man einen Henkelansatz entdecken. Der 15 cm hohe
römische Topf besteht aus dunklem Ton, der schwarz gefärbt wurde.

Beide Funde werden vom Archäologischen Museum in Frankfurt als Dauerleihgabe
der Gemeinde Kahl a. Main zur Verfügung gestellt.

Im Gebiet der Kahler Gemeinde befanden sich mehrere Hügelgräber aus der Hügel-
gräber - Bronzezeit die auch Nachbestattungen aus der Hallstattzeit enthalten. In
dieser Zeit nahm die Besiedelung entlang des Mains zwischen Kahl - Aschaffenburg -
Miltenberg bis Fechen-bach sehr stark zu. Das größte Hügelgrab, welches bisher auf
Kahler Gebiet entdeckt wurde befand sich östlich des Bahnhofes auf der Anhöhe der
Rabenau.

1878 plante Adolf Gathof, der damalige Wirt des "Gasthauses zur Rabenau" den Bau
einer Radrennbahn als Attraktion für die zahlreichen Wochenendbesucher, die mit der
Bahn aus dem Hessischen nach Kahl kamen. (Seit 1854 ist Kahl an die Bahnlinie
Frankfurt - Aschaffenburg angebunden).

Bei den ersten Erdarbeiten stieß man auf umfangreiche Grabbeigaben, die man nicht
zuordnen konnte. Da die Technik des Fotografierens noch in den Kinderschuhen steckte,
wurde von den wahllos aufgetürmten Funde eine große Zeichnung angefertigt.
Mit diesem Motiv warb dann der Wirt Adolf Gathof für sein Ausflugslokal.

Die Gegenstände wurden von ihm sichergestellt und später an die umlegenden Museen
übergeben. Zwei dieser Gefäße erhielt die Hanauer Eisenbahngesellschaft, die diese an
ein Frankfurter Museum weitergab.

125 Jahre später entdeckte Bernhard Zimmer vom Arbeitskreis Heimatgeschichte die
Urne bei einem Besuch des Archäologischen Museums in der Karmelitergasse wieder
neu.Sogleich bemühte sich die Gemeinde zusammen mit dem Arbeitskreis Heimatge-
schichte diese kostbaren Grabbeigaben wieder nach Kahl zu holen.

Bei einem kleinen Empfang bedankte sich Bürgermeister Seitz bei Herrn Dr. Willms,
dem stellvertretenden Direktor des Archäologischen Museums in Frankfurt für seine
Bereitschaft, das Trankgefäß , den römischen Topf und die Knochenreste als Dauer-
leihgabe der Gemeinde Kahl zu überlassen.

Die anwesenden Vertretern des Arbeitskreises - Heimatgeschichte , Herr. Becker ,
Herr Zimmer und Frau Amon nutzten diese Gelegenheit zu einem Gespräch mit
dem Fachmann und konnten zahlreiche Informationen für Ihre Forschungsarbeiten
erhalten.


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